Guild Wars 2: Mike O’Brien über MMO-Geschäftsmodelle und Mikrotransaktionen

Gruppe von Ingenieuren bei Guild Wars 2Guild Wars 2 wird nicht auf monatliche Abogebühren setzen, zum Spielen ist lediglich der Kauf der Vollversion nötig. Mit diesem Konzept steht Entwickler ArenaNet nach wie vor allein auf weiter (MMO-)Flur. Zu diesem und zum Thema Mikrotransaktionen, die es bei Guild Wars 2 geben wird, äußerte sich Mike O’Brien nun in einem Interview.

Als Guild Wars 2 im Jahr 2005 angekündigt wurde, waren monatliche Abogebühren bei MMOs gang und gäbe. Heute, 7 Jahre später, hat sich die MMO-Industrie deutlich geändert. Das Free2Play-Modell ist auf dem Vormarsch und die Anzahl von MMOs, die auf ein Abo-Modell setzen, nimmt ab. Das Guild Wars-Modell wurde bisher jedoch noch nicht kopiert.

ArenaNet-CEO Mike O’Brien geht davon aus, dass dies daran liege, dass MMOs sehr teuer und sehr riskant zu machen seien. Die Entscheidung, bei Guild Wars auf ein Abo-Modell zu verzichten, sei jedoch keine einfache gewesen. Mit Guild Wars 1 sei das Unternehmen ein großes Risiko eingegangen. Man sei ein junges Unternehmen gewesen und hätte auf ein komplett anderes MMO-Geschäftsmodell gesetzt. Laut O’Brien sei es vorteilhaft für sie, dass alle anderen bei Abogebühren geblieben seien und ihnen den gesamten Markt in ihrem Geschäftsmodell überlassen haben.

Er gehe jedoch davon aus, dass das nicht so bleiben würde. MMOs ohne monatliche Abogebühren, die z.B. auf Free2Play oder Premium-Mikrotransaktionen setzen würden, seien sehr erfolgreich und würden sich finanzieren. Nun würde jeder auf diesen Zug aufspringen und es werde zukünftig eine größere Vielfalt bei MMO-Geschäftsmodellen geben. Und als Gamer müsse er sagen: „Gott sei Dank“.

Angesprochen auf das Thema Mikrotransaktionen (die es auch in GW2 geben wird) und die Frage, ob diese eine Spielerschaft nicht in zwei Gruppen teilen würden, erklärte O’Brien, dass Mikrotransaktionen Communitys vereinen sollten. Es sollte nicht der Fall sein, dass es eine Gruppe von Spielern gebe, mit denen man gerne herumhängen würde, diese jedoch entschieden hätte, dass jeder der dazugehören wolle, 30 Stunden pro Woche spielen müsste.

In der Philosophie von ArenaNet seien zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden: Zum einen sei Guild Wars 2 kein „grindy game“, der Erfolg im Spiel sei nicht davon abhängig, ob man die richtige Ausrüstung habe. Zum anderen gebe es nun eine Äquivalenz zwischen Zeit und Geld. Wenn ein Spieler viel Zeit zum spielen hätte und etwas wollen würde, müsse er dafür nicht bezahlen. Wenn ein Spieler jedoch nicht so viel spielen könne und trotzdem etwas bestimmtes wolle, könne er Geld für Mikrotransaktionen ausgeben.

O’Brien räumte jedoch auch ein, dass die Spieler von diesem Konzept erst überzeugt werden müssten. Man würde eine gewisse Skepsis erwarten, auch deshalb, weil es viele Spiele gebe, die brisante Dinge mit Mikrotransaktionen machen würden, ArenaNet würde jedoch an ihren hohen Standards festhalten.

Mehr zu den geplanten Mikrotransaktionen erfährst du auch in unserem Artikel „Guild Wars 2: Mikrotransaktionen und die Philosophie dahinter„. Das gesamte Interview mit Mike O’Brien kannst du bei PC Gamer lesen.


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Guild Wars 2: Mike O’Brien über MMO-Geschäftsmodelle und Mikrotransaktionen"

Die Kunst beim Itemshop ist, den Spieler nicht zu zwingen, etwas zu kaufen. Man muss etwas bieten, was der Spieler einfach kaufen WILL, was aber keine Vorteile anderen gegenüber bietet. Guild Wars 2 hat bereits ein paar diser Sachen drin (für die ich wohl auch den einen oder anderen Euro ausgeben werde). Für mich ist das Spiel sowieso schon so gut wie gekauft.

Da sprichst du ein wahres Wort, es muss nur Ordentlich gemacht werden!

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